Viele Kandidaturen aus Maur für den Kantonsrat
Nicht weniger als drei Mitglieder des Maurmer Gemeinderates wollen in der kommenden Legislatur 2027 – 2031 im 180-köpfigen kantonalen Parlament Einsitz nehmen: Claudia Bodmer (Die Mitte, bisher), Thomas Hügli (glp, neu) und Reto Surbeck (SVP, neu). Zwei weitere Kandidaturen aus der FDP und eine aus der Volkspartei sind seit Kurzem offiziell.
Die Gemeinde Maur hat eine lange Tradition, im Kantonsrat vertreten zu sein. Mitglieder der Legislative in der jüngeren Geschichte waren Hans Schweizer (SVP, alt Gemeindepräsident), Richard Reich (FDP, später Nationalrat), Ruth Gurny (SP), Robert Rietiker (SVP, alt Gemeindepräsident) und Alex Gantner (FDP, alt Gemeinderat).
SVP in Angriffsstimmung
Der Bezirk Uster kommt aufgrund seiner Einwohnerzahl auf insgesamt 16 Sitze im kantonalen Parlament. Die gegenwärtige Verteilung ist wie folgt: 5 SVP, 3 SP, 3 FDP, 3 glp, 1 Grüne und 1 Die Mitte. Derzeit sind drei Rücktritte auf Ende der Legislatur bekannt: Ueli Pfister (SVP, Egg), Raffaela Fehr (FDP, Volketswil) und Benno Scherrer (glp, Uster).
Dennoch ist die Ausgangslage spannend. Denn erklärtes Ziel der SVP, die bei den Wahlen 2023 mit Abstand wählerstärkste Partei im Bezirk Uster (knapp 27,5%), ist es, einen sechsten Sitz zu erobern. Dies könnte Rico Vontobel, seit 2020 Mitglied der Maurmer Schulpflege, gelingen. Auf Listenplatz 7 ist er in aussichtsreicher Position, den Sprung in den Kantonsrat zu schaffen. Ortsparteipräsident und Sicherheitsvorstand Reto Surbeck startet von Listenplatz 14 aus.
Neben Claudia Bodmer auch Thomas Hügli als Spitzenkandidat
Für Liegenschaftenvorsteherin Claudia Bodmer, die vor einem knappen Jahr in den Kantonsrat nachgerutscht ist, dürfte die Wiederwahl als Spitzenkandidatin der Mitte-Liste problemlos werden. Je nach Abschneiden im Bezirk und auf Kantonsebene könnte ein zweiter Sitz für die Partei mit dem traditionell orangen Schriftzug (2023: 7,5%) sogar in Reichweite sein. Hochbau- und Planungsvorstand Thomas Hügli will den dritten Sitz der Grünliberalen (2023: 14,5%) verteidigen. Eine schwierige Ausgangslage, ist doch dieser klar aufgerundet. Die glp muss also ein paar Prozentpunkte zulegen, um den Sitz ohne Zitterpartie halten zu können.
FDP mit Frauen-Power
Sitzverteidigung ist auch bei den Freisinnigen (2023: 16,4%) angesagt. Ihr dritter Sitz ist ebenfalls alles andere als sicher. Nach den beiden Bisherigen und einem Kandidaten aus Fällanden steigt Annette Schär, die ehemalige Chefredakteurin der «Maurmer Post», jedoch ohne bisherige Behördenerfahrung, auf dem nicht chancenlosen Platz 4 ins Rennen. Auf Listenplatz 7 kandidiert Yasmine Bourgeois, eine bekannte und langjährige Gemeinderätin in der Stadt Zürich und Expertin in der Bildungspolitik. Ein Sprung nach Vorne auf der Liste durch die Ebmatingen-Rückkehrerin würde nicht überraschen.
Von den Sozialdemokraten (2023: 16,7%) den Grünen (2023: 8,8%), der EVP (2023: 2,9% mit Sitzverlust) und der EDU (2023: 1,8%, mit Sitzverlust), die diesmal zusammen mit Aufrecht an den Wahlen anfangs April teilnehmen wird, ist betreffend Kandidaturen noch nichts bekannt.
Peter Leutenegger
