Tempo 30 sorgt für neuen Ärger
Die geplante «Optimierung» der Tempo-30-Zonen stösst in Ebmatingen auf Widerstand. An der Stuhlen- und Lohwisstrasse geht es nicht nur um Verkehrsberuhigung, sondern um 40-Tönner, Gewerbezufahrten – und die Sicherheit von Kindern.
Besonders umstritten sind die vorgesehenen baulichen Massnahmen an der Lohwisstrasse. Zwanzig Anwohner haben fristgerecht Einwendungen eingereicht und verlangen, das Projekt neu aufzulegen. Ihr Hauptargument: Die Stuhlen- und Lohwisstrasse seien wichtige Zubringer zum Gewerbekomplex Pollahof, wo rund 80 Firmen eingemietet sind, und zu den Liegenschaften unterhalb der Zürichstrasse. Bauliche Hindernisse könnten dort mehr Probleme schaffen als lösen.
Dabei erinnern die Rekurrenten an ein Kapitel, das in Ebmatingen bereits einmal für Ärger sorgte: Vor rund 20 Jahren wurden entlang der Lohwisstrasse Blumentröge als Verkehrsberuhigung aufgestellt. Nach Darstellung der Einwender führten diese zu unübersichtlichen und gefährlichen Situationen – insbesondere bei Schnee – und mussten wieder entfernt werden.
Wenn der Lastwagen aufs Trottoir muss
Auch die im Pollahof ansässige «Helping Hand GmbH» warnt vor Schwellen, Verengungen und ähnlichen Hindernissen. Für Lieferwagen und Lastwagen bedeuteten diese erschwerte Manöver, Zeitverluste, zusätzliche Lärmemissionen und mögliche Ausweichprobleme. Dieser Kritik schliessen sich weitere Firmen an – teilweise mit juristischer Unterstützung.
Besonders deutlich wird ein ehemaliges Gemeinderatsmitglied, das den heutigen Gemeindepräsidenten Yves Keller auf die Vorgeschichte aufmerksam gemacht hat. Der Ex-Politiker bestätigt gegenüber einer Anwohnerin, dass die damaligen Blumentröge entfernt werden mussten. Der Grund: 40-Tönner hätten auf den Gehsteig ausweichen müssen. Damit seien Fussgänger – insbesondere Kinder – gefährdet worden.
Sicherheit gegen Sicherheit?
Die Einwender plädieren deshalb für mildere Mittel: permanente Tempo-Anzeigetafeln, gezielte Kontrollen und allenfalls Markierungen. Die grundsätzliche Frage, die nun im Raum steht: Kann eine Massnahme zur Verkehrsberuhigung am Ende genau jene Fussgänger gefährden, die sie eigentlich schützen soll?
Die Gemeinde wird sich mit dieser Kritik auseinandersetzen müssen. Denn bei der Lohwisstrasse geht es längst nicht mehr nur um Tempo 30 – sondern um die Frage, wie viel Verkehrsberuhigung eine Strasse verträgt, auf der gleichzeitig schwere Lastwagen verkehren und Kinder unterwegs sind. (tre.)
