Der verschwundene Fussgängerstreifen

Die Baustelle zwischen Binz und Zollikerberg ist aufgehoben, doch die neue Verkehrssituation sorgt für Gefahr: Ein beliebter Fussgängerstreifen wurde ersatzlos überpinselt. Für Fussgänger und Autofahrende entsteht dadurch an der Gemeindegrenze eine unübersichtliche und heikle Lage.

Die Baustelle zwischen Binz und Zollikerberg ist Vergangenheit, die Strecke wieder gut passierbar. Doch für Spaziergänger und Jogger am Dorfausgang Binz gibt es ein gefährliches Problem: Der Fussgängerstreifen, der den Kiesweg von Ebmatingen in Richtung Witikon über die Kantonsstrasse führt, wurde überpinselt.

Heikle Situationen sind fast an der Tagesordnung, denn die Verkehrsregelung ist alles andere als klar. Wo früher über viele Jahre ein Fussgängerstreifen den Übergang über die Zollikonstrasse markierte, steht nun zwar eine temporäre Verkehrsinsel, der gelbe Streifen aber wurde überpinselt. Deshalb ist der Raum für Missverständnisse gross: Während die Fussgänger die Verkehrsinsel als sicheren Ort betrachten, wähnen sich die Autofahrenden im Vortritt – und dies genau an der Grenze zwischen 50er- und 80er-Zone, wo entweder beschleunigt oder das Tempo oft erst verzögert gedrosselt wird.

Risikosteigernd kommt dazu, dass der Fussweg in Richtung Zürich für Autofahrer aus Binz wegen Hecken, Bäumen und eines Holzzauns nur schwer einsehbar ist. Bei der Medienstelle der kantonalen Baudirektion, welcher das Tiefbauamt angegliedert ist, war am Freitag keine Auskunft zu erhalten. Der Projektleiter sei erst am Montag wieder zu sprechen.

So harren wir der Dinge, die da kommen, und hoffen, dass der verschwundene Fussgängerstreifen irgendwann zurückkehrt. Davon abgesehen gilt: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste – oder wie es schon im Kindergarten heisst: Warte, luege, lose, laufe. (tre.)