Wirbel um «Schwarzer Peter»

Ein Vorfall im Kindergarten der Nachbargemeinde Küsnacht sorgt für rote Köpfe: Ein Klassenassistent zeigte eine Lehrerin wegen Rassismus an, weil sie ihn anwies, «Schwarzer Peter» zu spielen. Das Verfahren wurde nun eingestellt.

Im Herbst 2024 beauftragte die Lehrerin ihren Assistenten, das Kartenspiel mit den Kindern zu spielen. Dieser fühlte sich wegen seiner Hautfarbe diskriminiert und erstattete Anzeige. Zudem warf er ihr eine rassistische Bemerkung vor, was sie bestreitet. Unklar blieb die Spielversion: Laut Lehrerin zeigte die Karte einen Kaminfeger, laut dem Assistenten ein dunkelhäutiges Kind. Das Obergericht hielt fest, das Spiel sei an sich nicht rassistisch, könne je nach Kontext aber diskriminierend wirken.

Politik gegen Verbote

Der Fall beschäftigt auch die Politik. Während die SVP der Lehrerin für die Vermittlung von Tradition dankt, betonen auch linke Politiker, dass man keine Spielverbote brauche, sondern gesellschaftlichen Dialog. Das Volksschulamt verweist auf die Methodenfreiheit der Schulen, verbietet aber diskriminierende Inhalte.

Verfahren eingestellt

Die Lehrerin arbeitet heute nicht mehr in Küsnacht. Das Strafverfahren wurde eingestellt, nachdem der Assistent das Interesse verlor, seine Vorwürfe aber nicht zurückzog. (tre.)