Der Gemeinderat als Geheimbund
Die neue Legislatur in Maur läuft seit dem 1. Juli. Doch wer im Gemeinderat künftig welches Ressort führt, bleibt vorerst geheim. Die amtliche Information folgt erst am Freitag – in der «Maurmer Post». Transparenz sieht anders aus.
Der Gemeinderat Maur hat sich Anfang Woche in neuer Zusammensetzung konstituiert und die Ressorts verteilt. Seit Mittwoch läuft die neue Legislatur. Doch die Bevölkerung weiss weiterhin nicht, wer künftig wofür zuständig ist.
Auf Anfrage bestätigt Kommunikationsverantwortliche Anette Fahrni: «Die amtliche Publikation der Ressortverteilung erfolgt morgen, Freitag, in der Maurmer Post sowie auf der Website der Gemeinde Maur.» Das neue Gruppenfoto folge nach dem Fototermin vom Montag, 6. Juli.
Wem dient diese Verzögerung?
Die Frage drängt sich auf: Weshalb wird eine simple amtliche Information zurückgehalten, obwohl sie längst vorliegt? Soll der gemeindeeigenen «Maurmer Post» Exklusivität garantiert werden? Falls ja, wäre das ein eigenartiges Verständnis von Kommunikation.
Eine Gemeinde ist kein Geheimbund. Amtliche Informationen gehören der Bevölkerung – nicht einem bevorzugten Publikationskanal. Gerade die Ressortverteilung ist keine Nebensache: Sie zeigt, wer in Maur seit Mittwoch Hochbau, Finanzen, Sicherheit, Gesellschaft oder andere Schlüsselbereiche verantwortet.
Transparenz ist Pflicht
Dem neuen Gemeinderat gehören Präsident Yves Keller, Schulpräsident Rob Labruyère, Claudia Bodmer, Thomas Hügli, Catherine Gerwig sowie die am 8. März neu gewählten Roland Bischofberger und Reto Surbeck an. Wer welches Ressort übernimmt, bleibt bis Freitag unter Verschluss.
Das ist unnötig – und politisch ungeschickt. Transparenz ist keine Gefälligkeit des Gemeinderats, sondern Pflicht. Wer Informationen künstlich verzögert, darf sich nicht wundern, wenn der Eindruck entsteht: In Maur wird nur dann informiert, wenn die Politker(innen) gerade Lust dazu haben. (tre.)
