Quo vadis Badi Maur?
Sehr geehrter Herr Keller, werter Gemeindepräsident
«Taten statt Worte», so Ihr Versprechen auf Ihrem Flyer ‘Zäme Muur’. Seit Saisonstart im Mai erlebt das einstige Badi-Bijou turbulente Zeiten. Tempi passati das beschauliche Bädele. Mitten in einer wochenlangen Hitzeperiode stehen die Gäste ratlos vor verschlossenem Tor.
Eine Boje sei nicht fest verankert. Sicherheit gehe vor, deshalb die Schliessung, so die Kommunikation seitens Ihrer Gemeinde. Wenige Tage später war das corpus delicti wieder an seinem Platz, der Pächter ebenfalls. Und die Badegäste genossen die lauschige Natur-Idylle bei Kaffee & Gipfeli. Aber nur einige Tage später sitzen die Besucher wieder auf dem Trockenen. Quasi über Nacht verschwand der Pächter. Aus gesundheitlichen Gründen, liess man seitens Gemeinde verlauten. Keine Badeaufsicht, keine Eintrittsgebühr, und das historische Kiosk-Budeli geschlossen und verriegelt, als stünden die Wintermonate vor der Türe.
Kein WC-Papier
Ich versichere Ihnen, es war nicht die Hitze, die für heisse Köpfe sorgte. Es türmten sich am letzten Wochenende zurückgelassene Pizzaschachteln, in die Abfallkübel passte gerade noch knapp ein Blatt Papier, und einige Stammgäste mussten sich beim nahegelegenen Campingplatz WC-Papier besorgen.
Insbesondere uns Stammgäste graust es nicht nur vor ungereinigten WC-Anlagen, verstopften Duschabläufe, sondern auch vor Kreti und Pleti, die sich nun aufgrund fehlender Aufsicht nicht zu benehmen wissen. Das alles will aus meiner Sicht nicht so recht zu ihren Worten von «einer der attraktivsten Gemeinden mit Spitzenwert betreffend Lebensqualität» passen.
Soziale Kontrolle
Dank der langjährigen Stammgäste verfügt die Badi über eine gewachsene Gemeinschaft, die Sorge zu ihrem Ort trägt. Dadurch spielt eine soziale Kontrolle und es entsteht eine Kultur des gegenseitigen Respekts und der Eigenverantwortung. Wie lange kann dies noch funktionieren unter solch misslichen Umständen?
Deshalb meine Bitte an Sie:
Die Badi muss wie die letzten Jahrzehnte abends nach 20.00 Uhr abgeschlossen werden. Denn dank sozialer Medien könnte sich innert weniger Tage eine Szene bilden, die im starken Kontrast zu den den Vorstellungen von einer ‘attraktiven’ Gemeinde steht. Es braucht zwingend ab und an eine Security-Kontrolle, insbesondere an den stark frequentierten Wochenenden. Und der Kiosk sollte umgehend wieder geöffnet sein. Wir brauchen keine hippen Cüpli & Co. Es reichen Getränke, Sandwiches und eine Auswahl an Eiscremes.
«Mir ist wichtig, dass sich Menschen gehört fühlen und mitgestalten können», auch dies Ihre Worte auf dem eingangs erwähnten Flyer. Et voilà, das hört sich doch vielversprechend an.
Taten statt Worte. Wir, Ich und zahlreiche Stammgäste, nehmen Sie, Herr Keller, beim Wort.
Mit freundlichen Grüssen
Lic.phil. Isabella Fischer
