Neues Leben auf den Guldenen
Der Waldhof erwacht aus dem Dornröschenschlaf: Mit einem Popup-Kiosk, Forchbier und viel Herzblut bringen Claudia Wanger und Nils Müller wieder Leben auf die Anhöhe über dem Greifensee.
Jahrelang war es still auf den Guldenen. Zu still für einen Ort mit dieser Aussicht, dieser Geschichte, diesem Klang. Jetzt zieht wieder Rauch aus dem Grill auf, Bier fliesst in die Gläser, Wanderer bleiben stehen. Der traditionsreiche «Waldhof Guldenen» lebt wieder.
Mit dem Verkauf durch Unternehmer Urs E. Schwarzenbach ist ein langes Kapitel zu Ende gegangen. Und ein neues beginnt – bodenständig, herzlich und mit viel Zug nach vorne.
Küche ohne Umwege
Die neuen Pächter Claudia Wanger und Nils Müller sind in der Region keine Unbekannten. Auf ihrem Betrieb «Zur chalte Hose» leben die Bio-Landwirte und Gastronomen seit Jahren vor, was sie nun auch auf den Guldenen etablieren wollen: ehrliche Produkte, kurze Wege und eine Küche, die weiss, woher ihre Zutaten kommen.
Was künftig auf den Teller kommt, wächst, weidet oder lebt in der Umgebung. Hackbraten, Bratwurst, Tatar und Wild gehören ebenso zur Idee wie einfache vegetarische Gerichte – sorgfältig gekocht statt geschniegelt angerichtet.
Ein Kiosk als erstes Signal
Noch bevor die grossen Pläne sichtbar werden, haben Wanger und Müller ein erstes Zeichen gesetzt: ein kleiner Popup-Kiosk mitten im Grünen. Kein Spektakel. Aber ein starkes Signal.
Velofahrer holen sich ein Getränk, Spaziergänger gönnen sich eine Wurst vom Grill, Stammgäste kehren nach Jahren erstmals wieder zurück. Die Guldenen ist plötzlich wieder Ziel statt Erinnerung.
Besonders an sonnigen Wochenenden zeigt sich, wie sehr dieser Ort gefehlt hat. Menschen sitzen draussen, schauen Richtung Wald und geniessen das einfache Gefühl, dass hier wieder etwas läuft.
Bier, Brauhandwerk und Aufbruch
Ein erster Höhepunkt war der Brautag mit Forchbier am 17. Mai. Die mobile Showbrauerei dampfte über offenem Feuer, dazu gab es Bio-Würste aus Wangers Landmetzg, Brezeln, hausgemachte Kuchen und frisch gezapftes Bier.
Es war mehr als ein Anlass. Es war ein Versprechen.
Der denkmalgeschützte Gasthof soll wieder Treffpunkt werden – mit Stammtisch, Kegelbahn und gelebter Gastfreundschaft. Kein durchgestyltes Ausflugsprojekt, sondern ein Ort mit Charakter.
Dafür sucht das neue Team nun Personal: Köche, Servicekräfte, Hilfspersonal. Auch das ist ein Zeichen. Vielleicht das wichtigste.
Denn auf einem der schönsten Flecken der Gemeinde Maur pulsiert plötzlich wieder Leben.
