Die Looren steht still – FCM in Platznot

Ausgerechnet in der entscheidenden Phase der Saison wird der einzige regulär bespielbare Platz des FC Maur für das ganze Wochenende gesperrt – trotz guter Wetterprgonose für Sonntag. Das Derby gegen Zollikon fällt aus, und die Infrastruktur-Probleme des Vereins spitzen sich weiter zu.

Der FC Maur kämpft derzeit nicht nur um Punkte im Abstiegskampf der 3. Liga, sondern zunehmend auch gegen seine eigenen Rahmenbedingungen. Der einzige Platz auf der Looren, auf dem reguläre Meisterschaftsspiele der Aktiven und älteren Junioren ausgetragen werden können, wurde vom Ressort Liegenschaften der Gemeinde bereits am Donnerstagabend für das ganze Wochenende gesperrt – obwohl die Wetterprognosen für Sonntag Sonnenschein voraussagen. Die politische Verantwortung liegt bei Mitte-Kantonsrätin und Gemeinderätin Claudia Bodmer, die in Maur dem zuständigen Ressort vorsteht.

Derby gegen Zollikon verschoben

Die Folge: Das Derby gegen den SC Zollikon kann nicht stattfinden. Für den FC Maur ist dies weit mehr als eine organisatorische Unannehmlichkeit. Denn sportlich befindet sich der Aufsteiger im Hoch. Nach drei Siegen in Serie gegen Stäfa 2, Volketswil und Männedorf hat sich das Team von Trainer Paulo Moura Luft verschafft. Acht Punkte beträgt der Vorsprung auf einen Abstiegsplatz.

„Wir können nichts machen, diese Entscheidung liegt nicht bei uns“, sagt Klubpräsident Kurt Plattner lakonisch. Doch die Platzsperre trifft den Verein an einer empfindlichen Stelle. Trainer Moura hatte mit Blick auf das Zollikon-Spiel noch gesagt: „Wenn wir diesen Gegner schlagen, dann haben wir den Ligaerhalt zu 90 Prozent geschafft.“

Es droht der Verlust des Heimrechts

Nun herrscht Unsicherheit. Wo die restlichen Heimspiele und Trainings stattfinden können, ist offen. Möglicherweise muss der FCM auf den Kunstrasen in Schwamendingen ausweichen (Kostenpunkt: 150 Franken pro Spiel oder Training) – oder im Extremfall das Heimrecht sogar abtreten.

Auch das Sport Bistro betroffen

Betroffen ist auch Ramona Stoppa von „Stoppi’s Sport Bistro“ (Bild). Für Sonntag hatte sie bereits eingekauft und vorbereitet. Statt Betrieb und Derby-Stimmung bleibt ein weiteres ruhiges Wochenende auf der Looren.

Widerstand der Turner

Die Diskussion um einen Kunstrasen erhält dadurch neue Brisanz. Für viele im Umfeld des FC Maur wäre er die logische Lösung. Doch Widerstand kommt vom politisch breit abgestützten TV Maur, der Einschränkungen für seine Leichtathleten befürchtet.

Während weiter diskutiert wird, kämpft der FC Maur nicht mehr nur um den Ligaerhalt – sondern zunehmend auch darum, überhaupt noch eine verlässliche sportliche Heimat zu haben.

Thomas Renggli