Was geschieht mit der Milchhütte?
Sie ist eine Maurmer Institution. Seit über einem halben Jahrhundert steht sie für den besten Käse weit und breit. Doch nun ist die Milchhütte in Binz wieder geschlossen. Der Betreiber Weber Comestibles aus Zollikerberg stellt Informationen für nächste Woche in Aussicht.
Besseren Fondue- und Raclette-Käse findet man nirgends – und das selbst am Wochenende. Umso glücklicher war die Maurmer Kundschaft, als die legendäre Milchhütte in Binz unter der Leitung der Gebrüder Alexander und Raphael Guggenbühl Ende Januar 2025 wiedereröffnet wurde.
Die beiden Gastronomen übernahmen das Delikatessengeschäft Weber Comestibles in Zollikerberg – und damit schien auch die Zukunft der Filiale in Binz nachhaltig gesichert.
Doch nun steht die Kundschaft seit rund zwei Monaten vor verschlossenen Türen – und es kleben dieselben Zettel an der Tür. Auf dem einen steht: «Aufgrund von Krankheit bleiben wir diese Woche leider geschlossen.» Und auf dem anderen wird eine «Operative Filialleitung (60–100 Prozent)» gesucht. Doch die Woche dauert schon lange – ätzend lange.
Auf Nachfrage stehen die beiden Mitteilungen in direktem Zusammenhang zueinander. Weil die frühere Filialleiterin nicht mehr im Betrieb arbeitet und noch niemand gefunden werden konnte, der oder die auch am Sonntag arbeiten will, bleibt das Geschäft geschlossen. Eine Zweierbesetzung komme aus Rentabilitätsgründen nicht infrage.
So steht der Kunde in Binz vor einem dunklen Eingang und blickt in die verlassene Milchhütte – und denkt nicht ohne Wehmut: Wie schön war es doch, als noch Claudia Stüssi die Gäste mit rustikalem deutschem Charme empfing.
Thomas Renggli
