Ebmatingen rückt ins Zentrum der Kantonspolitik

Angesichts ihres Wegzug aus der Stadt Zürich bringt sich Yasmine Bourgeois ins Spiel um einen Platz im Zürcher Regierungsrat – für die Gemeinde Maur wäre ihre Kandidatur politisch besonders spannend.

Die FDP des Kantons Zürich sucht händeringend nach einer Frau für ihr Regierungsrats-Ticket – und plötzlich rückt Ebmatingen in den Fokus. Nachdem mehrere prominente FDP-Politikerinnen abgesagt haben, bringt sich die ehemalige Zürcher Gemeinderätin Yasmine Bourgeois ins Spiel.

Klare Avancen

Bourgeois muss ihr Mandat im Stadtzürcher Gemeinderat abgeben, weil sie in Zürich keine passende Wohnung fand und nach Ebmatingen in die Gemeinde Maur zieht. Genau dieser Wechsel könnte nun politisch neue Türen öffnen: «Wenn die Parteileitung fände, dass ich infrage käme, würde ich es mir selbstverständlich sorgfältig überlegen», sagt Bourgeois laut Tages-Anzeiger.

Ersatz für Carmen Walker Späh

Die Ausgangslage ist für die FDP anspruchsvoll. Nach dem angekündigten Rücktritt von Regierungsrätin Carmen Walker Späh sucht die Partei ein Zweierticket – gesetzt scheint Nationalrat Andri Silberschmidt. Doch mögliche Kandidatinnen wie Regine Sauter, Bettina Balmer oder Sonja Rueff-Frenkel haben bereits abgesagt. Der Druck, eine neue weibliche Persönlichkeit aufzubauen, wächst.

Sichtbarkeit für Ebmatingen

Für Ebmatingen und die Gemeinde Maur wäre eine Kandidatur – oder gar Wahl – von Bourgeois ein politischer Coup. Regierungsratsmitglieder aus kleineren Gemeinden sind selten, entsprechend gross wäre die kantonale Sichtbarkeit für die Region. Gleichzeitig bringt Bourgeois Erfahrung aus der Stadtzürcher Politik und ein wachsendes Netzwerk mit.

Noch ist offen, ob die FDP tatsächlich auf Bourgeois setzt. Klar ist aber: Während die Partei nach einer Frau sucht, rückt eine Politikerin aus Ebmatingen überraschend in den Mittelpunkt der kantonalen Machtpolitik. (tre.)