Kokain in Ebmatingen: Neue Erkenntnisse und Gerüchte

Ein SRF-Dokfilm am Donnerstag zeigt die Schweiz im Griff des globalen Kokainhandels. Dies weckt in Ebmatingen unweigerlich Assoziationen zum kürzlichen Fund von 22 Kilogramm Kokain im Dorf. Neue Erkenntnisse und Gerüchte kommen ans Licht.

Im SRF-Dokfilm «Kokain-Flut – Die Schweiz im Griff des globalen Kartells» wird deutlich: Der Kokainkonsum hat sich in der Schweiz in zehn Jahren verdoppelt, der Stoff wird reiner und günstiger. Experten warnen vor einer Entwicklung, wie sie Belgien oder die Niederlande bereits erleben – mit mächtigen Kartellen und wachsendem Einfluss der organisierten Kriminalität. Ursprung der steigenden Produktion liegt in Südamerika, insbesondere in Kolumbien, wo politische Entwicklungen die Kokainproduktion zuletzt stark ansteigen liessen.

Spektakulärer Fund in Ebmatingen
Vor diesem Hintergrund erhält der jüngste Drogenfund in Ebmatingen besondere Brisanz. Die Kantonspolizei Zürich stellte bei einer Hausdurchsuchung über 22 Kilogramm Kokain im Wert von rund zwei Millionen Franken sowie 90’000 Franken Bargeld sicher. Drei Männer wurden verhaftet. Die Polizei spricht von einer «aussergewöhnlich grossen Menge», die auf strukturierten Handel hindeutet.

Neue Hinweise aus dem Dorf
Mittlerweile melden sich Augenzeugen, die von der Razzia berichten. Demnach sollen die Verhaftungen beim alten Postgebäude an der Stuhlenstrasse (Bild) erfolgt sein. Abgeführt wurden offenbar ein Vater und sein 21-jähriger Sohn mit syrischen Wurzeln, die seit Jahren in der Schweiz leben. Der Vater sei im Dorf durch grosszügigen Umgang mit Bargeld aufgefallen, berichten Anwohner. Bestätigt sind diese Angaben bislang nicht.

Zwischen Gerüchten und Realität
Bereits zuvor hatten Bewohner von nächtlichen Treffen und verdächtigen Beobachtungen berichtet. Ob Ebmatingen tatsächlich Teil eines grösseren Netzwerks ist, bleibt offen. Klar ist: Die Dimension des Fundes passt zum Trend, den der SRF-Dokfilm beschreibt – die Kokain-Flut erreicht zunehmend auch kleinere Gemeinden.