Politische Einflussnahme des TV Maur?

Die Gemeinderatswahlen in Maur verliefen ohne grosse Überraschungen. Die Bisherigen wurden bestätigt, neu kandidierende Parteimitglieder gewählt. Doch im Nachgang zeigt sich: Hinter den Kulissen spielte auch die Diskussion um die Sportanlage Looren eine Rolle.

Der parteilose Quereinsteiger Thomas Renggli gehörte am Sonntag zu den Verlierern. Zwar übertraf der 53-jährige Journalist das absolute Mehr deutlich, landete jedoch nur auf Rang sieben und verpasste damit den Einzug in den Gemeinderat.

Konflikt um die Looren

Im Wahlkampf hatte sich Renggli klar für ein grosses Kunstrasenfeld auf der Looren ausgesprochen. Damit sollen dem FC Maur zusätzliche Trainings- und Spielmöglichkeiten ermöglicht werden. Der Bedarf ist gross: Weil der Naturrasen bis im April nicht bespielbar ist, muss die Drittliga-Mannschaft derzeit nach Egg, zur Fifa oder auf die Anlage des Akademischen Sportverbands beim Zoo ausweichen. Auch Juniorenteams tragen ihre Heimspiele teilweise auswärts aus.

Beim TV Maur stösst die Idee jedoch auf Widerstand. Auf der Anlage werden auch Wurfdisziplinen der Leichtathletik trainiert – etwa Speerwurf. Bei einem Kunstrasenprojekt wären diese Möglichkeiten gefährdet.

Diskussion auch im Verein

Nach Angaben mehrerer unabhängiger Quellen soll im Umfeld des Turnvereins vor der Wahl auch aktiv gegen eine Wahl Rengglis argumentiert worden sein. Demnach seien Jugendliche und Kinder im Training dazu ermuntert worden, ihre Eltern auf mögliche Folgen eines Kunstrasenprojekts hinzuweisen.

Ob dies das Wahlergebnis beeinflusst hat, lässt sich nicht belegen. Sicher ist jedoch: Die Frage, wie die Sportanlage Looren künftig genutzt wird, ist politischer Zündstoff – und wird Maur wohl noch länger beschäftigen. Verena Keller