Hier kommt Alex!

Überraschende Sprengkandidatur eines bekannten Maurmers – und ein politisches Plädoyer gegen den Stillstand. Alex Gantner bewirbt sich am 8. März für Gemeinderat und Gemeindepräsidium.

Mit seiner Ankündigung, bei den kommenden Wahlen anzutreten, sorgt Alex Gantner für Aufsehen. Der langjährige Maurmer Gemeinderat, Kantons- und Bezirksrat begründet seine Kandidatur mit wachsender Unzufriedenheit über das kommunalpolitische Kartell – und mit dem Wunsch, frische Kräfte ins Gemeindehaus zu bringen.

Ein Maurmer mit politischer Erfahrung

Wer Alex Gantner in Maur auf einen Kaffee trifft, merkt schnell: Hier sitzt keiner, der sich abgekoppelt hat. Der 57-jährige Unternehmer ist in der Gemeinde verwurzelt, bekannt und geschätzt. Zwischen 1994 und 2002 sammelte er als Gemeinderat in Maur seine ersten politischen Erfahrungen. Es folgten Stationen im Kantonsrat Zürich und später im Bezirksrat Uster. Nun will er wieder in den Gemeinderat – und auch das Präsidium übernehmen.

Unzufriedenheit als politischer Antrieb

Seine Motivation formuliert Gantner klar: eine grundlegende Unzufriedenheit mit der heutigen Behördentätigkeit und dem politischen Zusammenspiel der Parteien. «Die gegenseitige Unterstützung der Parteien kommt einer faktischen Alternativlosigkeit gleich», sagt er. Den letzten Ausschlag für seine Kandidatur habe ein aus seiner Sicht verkrustetes Politestablishment gegeben – ein «Parteienkartell», das sich selbst stabilisiere, statt sich kritisch zu hinterfragen.

Sein Fazit ist unmissverständlich: «Es braucht frische Kräfte.»

Liberales Denken, neuer politischer Weg

Besonders diskutiert wird Gantners Schritt in den eigenen Reihen. Der langjährige FDP-Politiker wird teilweise als Abtrünniger bezeichnet. Er selber widerspricht: Seine politischen Überzeugungen hätten sich nicht verändert. «Ich bin nach wie vor liberal bis libertär», betont er. Auch seine politischen Standortbestimmungen seien über die Jahre konstant geblieben.

Die Pandemie als Wendepunkt

Politisch neu justiert habe er sein Visier während der Corona-Pandemie, als er für «Mass-voll» für den Nationalrat kandidierte. Diese Zeit habe sein Vertrauen in die etablierten Parteien erschüttert. Gantner spricht von Entmündigung, von Notrecht und von einem Umgang mit Grundrechten, der ihn nachhaltig geprägt habe. «Zum ersten Mal in meinem Leben fühlte ich mich diskriminiert».

Mehr Unabhängigkeit, mehr Vertrauen

Ein zentrales Anliegen Gantners ist das Milizprinzip, das er als Schweizer Erfolgsmodell bezeichnet. Dieses sei jedoch zunehmend unterwandert worden. Zu gross seien die Verflechtungen zwischen Politik, Verbänden und Wirtschaft. «Eine totale Verbandelung zementiert den Status quo und verhindert notwendige Befreiungsschläge», sagt er.

Seine Vision: unabhängigere Politikerinnen und Politiker – und dadurch wieder mehr Vertrauen in die Politik.

Ein Kandidat mit klarer Haltung

Alex Gantner tritt nicht an, um zu gefallen. Er kandidiert, weil er überzeugt ist, dass politische Erneuerung nur mit Persönlichkeiten gelingt, die bereit sind, auch unbequeme Fragen zu stellen. Ob seine Sprengkandidatur Erfolg haben wird, entscheidet das Stimmvolk. Klar ist: Alex Gantner bringt zusätzliche Bewegung in den Wahlkampf – und fordert als Parteiloser das politische Establishment heraus. (mz.)