Fragwürdiges Parteibündnis
Erst in der heissen Phase des Wahlkampfs outen sich die Lokalparteien in der «Maurmer Post», dass sie sich grossmehrheitlich gegenseitig unterstützen. Auffällig: Ignoriert wird die Kandidatur des Parteilosen Thomas Renggli. Ob die jeweilige Parteibasis darüber abgestimmt hat, bleibt offen. Ein sonderbares Vorgehen des kommunalen Politestablishments.
Wer die heutige «Maurmer Post» liest, reibt sich die Augen. Auf 1 1/2 Seiten verkünden die fünf Lokalparteien Die Mitte, FDP, GLP, SVP und SP ihre Wahlempfehlungen.
SP
Am neutralsten positioniert sich die SP. Die Sozialdemokraten bedauern als erstes, keine eigene Kandidatinnen und Kandidaten aufzustellen. Sie empfehlen alle bisherigen Gemeinderätinnen und Gemeinderäte. Bei den drei Neuen (Roland Bischofberger FDP, Reto Surbeck SVP und Thomas Renggli parteilos) gibt die SP Stimmfreigabe.
Die Mitte
Die ehemalige CVP und mit der BDP fusionierten Mitte, die derzeit mit Urs Rechsteiner und Claudia Bodmer zwei von sieben Gemeinderäte stellt, empfiehlt neben der eigenen Kandidatin alle Kandidierenden von FDP, SVP und GLP.
Die FDP
Auch die Freisinnigen empfehlen neben ihren beiden Kandidaten Yves Keller und Roland Bischofberger sämtliche andere Kandidierenden aus SVP, GLP und der Mitte.
Die GLP
Auch die Grünliberalen ziehen nach und unterstützen alle anderen Kandidierenden – abgesehen von Thomas Renggli.
SVP schert aus
Nehmen, aber nicht geben, scheint das Motto der Volkspartei zu sein. Diese schreibt: „Für den Gemeinderat empfehlen wir eine starke bürgerliche Mehrheit mit Catherine Gerwig, Reto Surbeck, Yves Keller und Roland Bischofberger.“ Sowohl die Mitte-Kandidatin Bodmer wie auch der Grünliberale Thomas Hügli werden nicht erwähnt und somit auch nicht als „bürgerlich“ bezeichnet.
Der parteilose Rob Labruyère
Der amtierende Schulpräsident, der ex officio Einsitz im Gemeinderat hat und sich keiner offiziellen Kampfkandidatur gegenübersieht, wird von Der Mitte, FDP und GLP unterstützt. Die SVP schweigt in ihrer Wahlempfehlung gänzlich zu den Wahlen für die Schulpflege.
Der parteilose Thomas Renggli
Nicht-existent für die etablierten Parteien, die augenscheinlich ihren Machtanspruch gegenseitig festigen wollen, ist Journalist und Buchautor Thomas Renggli. Ob diese Rechnung aufgeht, wird sich zeigen: Schliesslich kann die Aussenseiterrolle wahltaktisch auch ein Vorteil sein.
Wer im ersten Wahlgang direkt in den Gemeinderat einzieht, entscheiden die Wahlberechtigten. Und von diesen ist der mit Abstand der grösste Teil selbst parteilos.
Alex Gantner
