Olympiasilber für Maur: Alex Hall ist ein Forchbueb

Vier Jahre nach seinem Olympiasieg in Peking hat Alex Hall erneut olympisches Edelmetall gewonnen. An den Winterspielen in Italien holte sich der Amerikaner die Silbermedaille im Slopestyle – hinter dem Norweger Birk Ruud. Für die Gemeinde Maur ist dieser Erfolg mehr als eine sportliche Randnotiz: Der erfolgreichste Freeskier der Olympia-Geschichte ist auf der Forch aufgewachsen.

«Ich bin ein Muurmer», sagt Alex Hall – mit breitem amerikanischem Akzent, aber hörbarer Vertrautheit. Der heute 27-Jährige verbrachte seine ersten 16 Lebensjahre in der Gemeinde Maur und ist bis heute der einzige Olympiasieger, den die Gemeinde hervorgebracht hat. Gold gewann er am 16. Februar 2022 in Peking, nun folgt Silber – erneut auf der grössten Bühne des Wintersports.

Aus Alaska nach Maur

Hall wuchs mit seiner Familie auf der Forch auf. Seine Eltern, die Wissenschaftler Elena Conti und Marcus Hall, zogen vor rund 25 Jahren aus Alaska in die Schweiz und fanden in Maur ihr neues Zuhause. Auch für Alex wurde die Forch zum prägenden Ort – allerdings weniger im Hörsaal als draussen im Schnee. Gemeinsam mit Freunden baute er an den Hängen unterhalb des Forchdenkmals erste Schanzen und Sprünge, formte eigene kleine Pisten und legte damit den Grundstein für seine spätere Karriere. «Es war eine unbeschwerte, wunderbare Zeit», erinnert er sich. «Wir hatten extrem viel Spass.»

Aus dem Spiel wurde rasch Ernst. Halls Talent fiel auf, und mit 16 Jahren entschied er sich für den Weg als Profisportler. Statt über eine Schweizer Sportschule wählte er einen pragmatischen Weg in den USA, wo er Schule und Training besser kombinieren konnte. Fortan startete er für die Vereinigten Staaten – doch die Verbindung zur Schweiz, und insbesondere zu Maur, blieb stets bestehen.

Ausnahmeerscheinung

Heute gilt Alex Hall als Ausnahmeerscheinung im Freeski. Slopestyle, jene Disziplin mit Schanzen, Geländern und kreativen Linien, ist für ihn mehr als Sport. «Ein Run ist wie eine leere Leinwand», sagt er. Diese Haltung brachte ihm neben Olympia-Gold und -Silber auch acht Medaillen an den renommierten X-Games ein.

Trotz internationaler Karriere kehrt Hall, wenn immer möglich, in die Schweiz zurück. Wann das nächste Mal, lässt sein dichter Reiseplan offen. Klar ist aber: Ob mit Gold oder Silber um den Hals – ein Stück dieses Erfolgs gehört auch Maur. Denn der Weg an die Weltspitze begann am Hang unterhalb des Forchdenkmals.