5000 Couverts und ein verweigerter Handschlag

Die Gesamterneuerungswahlen am 8. März werfen ihre Schatten voraus. In Maur wird am Samstag gemeinsam Wahlwerbung abgepackt und zum Versand bereitgemacht. Doch nicht überall sind die Nerven gleich entspannt.

So kann Wahlkampf auch aussehen. Am Samstagmorgen trafen sich die Kandidierenden der Gemeinde Maur in der Turnhalle des Schulhauses Pünt, um gemeinsam rund 5000 Couverts mit Wahlunterlagen zu füllen. Die von der lokalen FDP organisierte und von Mischa Stamm präzise orchestrierte Aktion verlief speditiv, konstruktiv und erstaunlich harmonisch. Sogar für einen Becher Kaffee blieb Zeit.

Politische Gegner, ein Ziel

Ab 9 Uhr wurde gestapelt, sortiert und verpackt – parteiübergreifend und effizient. Nach gut zweieinhalb Stunden war die Arbeit erledigt – und die Blicke konnten nach Kitzbühel gehen. Der Morgen lieferte den Beweis, dass politische Konkurrenz nicht zwingend Gegnerschaft im Alltag bedeutet.

Oder anders gesagt: Es ist kein einziger Fall bekannt, in dem ein Kandidat den Flyer eines Kontrahenten «versehentlich» entsorgt und vorzeitig dem Altpapier zugeführt hätte.

Der Gemeindepräsident fehlt

Nicht ganz vollständig war die Runde allerdings. Gemeindepräsident Yves Keller blieb der Verpackungsaktion fern – als einziger Abwesender unter den Kandidierenden.

Wenn die Nerven blank liegen

So geschlossen das Bild über weite Strecken war – bei gewissen Exponenten des lokalen Polit-Establishments scheinen die Nerven dennoch blank zu liegen. Das zeigte sich bereits zu Beginn der Veranstaltung, als der abtretende Hochbauchef Urs Rechsteiner dem parteilosen Kandidaten Thomas Renggli demonstrativ den Handschlag verweigerte.

Eine kleine Geste mit grosser Wirkung: Während in der Halle kooperativ gearbeitet wurde, setzte dieser Moment einen irritierenden Kontrapunkt – und blieb bei mehreren Anwesenden nicht unbemerkt.

Schwindende Gelassenheit

Trotzdem: Die Verpackungsaktion in Maur war vor allem ein Zeichen gelebter Zusammenarbeit im lokalen Wahlkampf. Der verweigerte Handschlag zeigte jedoch auch: Je näher der Wahlsonntag rückt, desto dünner wird bei manchen die politische Gelassenheit. (tre.)