Eine Ebmatingerin im Olympia-Himmel
Mit drei Jahren stand Kaitlyn McGregor erstmals auf dem Eis. Mit 21 verschwand sie aus dem Spitzensport. Heute ist sie zurück – und erstmals Olympiateilnehmerin. Die Geschichte einer grossen Kämpferin.
Aufgewachsen an der Säntisstrasse in Ebmatingen, stand Kaitlyn McGregor dank ihres Vaters, Eishockeytrainer Mark McGregor, schon früh als Eishockeyspielerin im Rink. Mangels Mädchenmannschaften spielte sie in Junioren-Teams. 2010 gewann sie mit der Schweizer U18-Auswahl der Juniorinnen den WM-Titel der Division I, galt als eine der schnellsten Spielerinnen ihres Jahrgangs.
Das Gespräch mit der Grossmutter
Ein Gespräch mit der Grossmutter lenkte sie zum Eisschnelllauf. Cindy Klassen, fünffache Olympiamedaillengewinnerin und einst Eishockeyspielerin, wurde zum Vorbild. «So langweilig, immer im Kreis», dachte McGregor anfangs. Bis sie ihr erstes internationales Rennen gewann.
Aufstieg mit hohem Preis
Es folgte ein rasanter Aufstieg: Junioren-WM-Medaillen, Schweizer Rekorde, nationale Titel. McGregor zog mit 16 allein nach Holland, später nach Inzell. Alles ordnete sie dem Ziel Olympia 2014 unter – sogar ihr Hund hiess «Sotschi».
Doch die Schweiz erhielt keinen Quotenplatz. Währenddessen feierten die Schweizer Eishockeyfrauen in Sotschi ihre erste olympische Medaille (Bronze). Kaitlyns Traum zerbrach – und mit ihm die innere Balance.
Der leise Abschied
Mit 21 zog sie die Notbremse. Sie fühle sich eingeengt, schrieb sie dem Verband, sie spüre sich nicht mehr. Aus einer Pause wurden Jahre. Kanada, Ausbildungen, Abstand. «Heute weiss ich, wer ich bin und was ich will», sagte sie später. Olympische Träume schienen erledigt.
Rückkehr ohne Druck
Niemand rechnete mit einem Comeback. Doch McGregor fand den Weg zurück aufs Eis – ohne Erwartungen, dafür mit innerer Klarheit. Heute ist sie 31, mental stärker als je zuvor. Und erstmals für Olympische Spiele qualifiziert.
Maur applaudiert
«After quitting in 2014, I truly believed this day would never come», schrieb sie nach der Qualifikation für Milano Cortina 2026 in den sozialen Medien. Dieser Moment sei mehr als ein sportlicher Erfolg.
Zehn Jahre nach dem Abschied steht Kaitlyn McGregor vor ihrem grössten Auftritt. Nicht als Supertalent. Sondern als Mensch, der angekommen ist. Und auch die Gemeinde Maur verneigt sich vor der Leistung dieser Frau – und ist stolz, dass sich Kaitlyn McGregor unserer Gemeinde noch immer verbunden fühlt.
