Maur im Film
Überraschung am Montag: Ganz unvermittelt tauchte ein neuer Werbefilm der Gemeinde Maur auf LinkedIn auf. Drohnen über Feldern, grüne Wiesen, Glückseligkeit an der Chilbi, galoppierende Pferde, zufriedene Gewerbler – und viele Betrachter fragen sich: Sind wir auf dem Weg nach Hollywood?
Des Rätsels Lösung: Die Idee stammt von der Verwaltung, erklärt Kommunikationsbeauftragte Anette Fahrni: „Auf der alten Webseite lief noch ein Portrait-Film aus den 2000er Jahren. Mit dem Redesign war ein Update fällig.“ Einen Gemeinderatsbeschluss gab es nicht. Die 15’106 Franken für die Filmproduktion waren im Budget 2025 vorgesehen und lagen im Kompetenzbereich der Verwaltung – also einfach gemacht, ohne Umwege.
In Maur braucht man keine Ferien
Produziert wurden die Filme von Nicole Krättli, Multimedia-Journalistin, unterstützt von Joel Reisinger mit Drohnenaufnahmen. Insgesamt entstehen sechs Filme: je einer für die Ortsteile und ein Zusammenschnitt für die ganze Gemeinde. Kernaussage: In Maur braucht es keine Ferien, die Erholung beginnt vor der Haustüre.
Der erste Film erschien direkt auf LinkedIn, ohne Ankündigung. Die übrigen Clips sollen in den nächsten Wochen folgen. Zielgruppe: Einheimische, Vereine, Institutionen – und potenzielle künftige Mitarbeitende.
Freihändiger Auftrag
Die Vergabe erfolgte freihändig, da die Auftragssumme unter der Ausschreibungspflicht lag. Fahrni: „Kosten waren budgetiert, das Projekt ist überschaubar.“ Kurzum: Maur zeigt sich auf LinkedIn (vor sage und schreibe 408 Followern) von seiner besten Seite – ungeschminkt, ohne Retuschen.
Charmant, aber kein Oscar
Ob der Film Preise gewinnt – ja vielleicht sogar einen Oscar? Eher nicht – ein bisschen glattpoliert, wie ein Prospekt zum Leben erweckt. Die Musik wurde aus der Neujahrsansprache des Gemeindepräsidenten rezykliert. Aber egal: Maur präsentiert sich grün, lebendig und stilvoll. Oscar hin oder her – wer will, kann jetzt selber über die Gemeinde fliegen, ohne das Haus zu verlassen
