Nullinformation zum Finanzvermögen
Der Gemeinderat orientierte unter den aktuellen Mitteilungen über die Neubewertung des Finanzvermögens per 1. Januar 2025. Ohne eine einzige Zahl zu nennen.
Es ist ein gesetzlicher Auftrag: Das Finanzvermögen – mehrheitlich Liegenschaften und Baulandflächen, die für die Erfüllung öffentlicher Aufgaben nicht nötig sind – muss einmal pro Legislatur neu bewertet werden. Bei einer Aufwertung resultiert ein Buchgewinn, der einmalig in die Jahresrechnung einfliesst und zu einer Ergebnisverbesserung und Stärkung des Eigenkapitals bzw. des Netto-Vermögens führt. Bei der ganzen „Bewertungsübung“ fliesst kein Geld. Somit ist der – zurecht auch in Maur politisch sehr beachtete – Cash-flow davon nicht betroffen.
Keine Zahlen, dafür Informationen zur Herleitung
Der Gemeinderat schreibt, dass für die Neubewertung aktualisierte kantonale Modellrechnungen als Grundlage verwendet worden seien. Dies in Anbetracht der Tatsache, dass die bisherigen Werte teilweise noch auf Richtlinien aus dem Jahr 2009 beruhen, wie die Exekutive weiter schreibt. Was gänzlich fehlt in der Mitteilung sind aber die Zahlen und Details. Hier die Ausgangslage per Ende 2024 gemäss offizieller Bilanz: Die Grundstücke (zum Teil mit Baurechten) im Finanzvermögen belaufen sich per Ende 2024 auf knapp 35 Millionen, Gebäude auf gut 32 Millionen.
14 Millionen, und wohl eigentlich mehr
Wer an der Gemeindeversammlung vom vergangenen Dezember den Ausführungen von Gemeindepräsident und Finanzvorstand Yves Keller (FDP) zur Prognose 2025 aufmerksam folgte, erfuhr, dass die Aufwertungen rund 14 Millionen ausmachen würden. Wie sich dieser Betrag genau verteilt, ist weiterhin unklar. Bei Grundstücken könnte das bestehende Bauland (in Wohnzonen) im Männliacher (Maur) und Friedlimatt (Binz) wesentlich dazu beitragen. Bei den Gebäuden wiederum die Liegenschaften im Brünneli (Aesch) im Gütsch (Binz) und die verschiedenen Altliegenschaften, mehrheitlich in Kernzonen in den Ortsteilen Maur und Binz. Da der Gemeinderat schreibt, dass er für unbebaute Grundstücke vorsichtig abgeleitete Landpreise festgelegt habe, dürften weiterhin „stille Reserven“ in Millionenhöhe bestehen.
Transparenz und fehlende Budgetierung
Die Bevölkerung darf erwarten, dass spätestens bei der Präsentation der Jahresrechnung 2025, die nur schon alleine wegen dieser Aufwertung um mindestens 14 Millionen besser abschliessen wird, als budgetiert, die Details zur Aufwertung der grossen Einzelposten bekannt gegebenen werden. Am Ende des Tages geht es um das Vermögen der Einwohnerinnen und Einwohner, und nicht des Gemeinderates. Auch werfen die fehlende Budgetierung und Ankündigung für das Rechnungsjahr 2025 Fragen auf. Immerhin ist nun bekannt, dass die nächste Neubewertung für 2029 vorgesehen ist. Im Budget 2029 sollte dann zumindest ein Hinweis dazu vorliegen, wenn nicht sogar ein Platzhalter-Budgetposten.
Alex Gantner
