Verpasste Chance im Polterkeller

Erfahren hat man eigentlich nichts an der gestrigen Wahlauftaktveranstaltung, zu der die SVP und FDP Maur geladen hatten. Dabei waren alle Kandidierenden aller Parteien und der parteilose Thomas Renggli. Durch Abwesenheit glänzte die Gemeinderätin Claudia Bodmer – aufgrund einer familiären Verpflichtung.

Die Idee der beiden Parteien war grossmütig. Wir stellen alle Kandidierenden der Maurmer Bevölkerung vor und geben den Wählern damit die Möglichkeit, mit den Politiker(inn)en ins Gespräch zu kommen.

Eingeladen waren auch die beiden Nationalräte Andri Silberschmidt (FDP) und Thomas Matter (SVP). Sie sollten den Anwesenden ihre Sicht auf die Kommunalpolitik darlegen. Das haben sie zwar nicht gemacht, dafür waren ihre Ausführungen wie man die Jungen für die Politik interessieren kann und weshalb man die Volksinitiative über die Individualbesteuerung ablehnen soll (Thomas Matter) hoch interessant. Mit ihrer Anwesenheit gaben Sie dem Abend doch noch etwas politischen Gehalt.

Moderator im Zentrum

Der Moderator Raphael Frangi führte durch den Abend. Dabei vergass er, dass das Publikum nicht wegen ihm, sondern wegen der Kandidierenden den vereisten Weg in den Polterkeller auf sich genommen hatte. Das Arosa Humorfestival beginnt erst im Dezember. Immerhin erfuhr man Substantielles. So weiss man nun, dass Yves Keller früher geritten ist, Thomas Hügli ein Fan des FCB ist, und Catherine Gerwig, Tochter des legendären Sportmoderators Jean-Pierre Gerwig, mit Sport wenig am Hut hat.

Stolz auf das Geleistete

Alle Bisherigen sind stolz auf das Geleistete und freuen sich, dass sie sich für die «Perle am Greifensee» einsetzen dürfen. Kritik wurde kaum geäussert, es sei denn, dass man zu sparsam unterwegs gewesen sei. Das Geld sei da investiert zu werden, deshalb habe man auch einen grossen Nachholbedarf beim Liegenschaftsunterhalt (Thomas Hügli), was sich nun räche. Und seitens der RPK wurde mehrmals betont, dass man genau hinschauen müsse ob alle geplanten Investitionen wirklich notwendig und sinnvoll seien. Stichwort Looren.

Keine Diskussion

Leider wurde verpasst, eine Diskussion mit dem Publikum zu lancieren. Vielleicht hatte man Bedenken, dass doch nicht alles so wundervoll glänzt wie eine Perle, oder dem Moderator fehlte das politische Gespür die richtigen Fragen aus dem Publikum herauszubekommen.

Fazit des Abends. Die Stimmung war gut, das offerierte «Ghackets mit Hörnli» ausgezeichnet. Erfahren hat man eigentlich nichts. Frei nach Goethe « Da steh ich nun, ich armer Tor und bin so klug wie zuvor.
(ple)