Unverständnis über Feuerwerks-Entscheid
Die letzte Gemeindeversammlung liegt nun schon über einen Monat zurück. Aber noch immer bin ich enttäuscht über den Entscheid der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger, die Einzelinitiative «Verbot von lärmendem Feuerwerk» abzulehnen.
Als vom Veterinäramt des Kantons Zürich anerkannte Hundetrainerin sowie ATN zertifizierte Hundeverhaltenstherapeutin weiss ich, wie stark lärmendes Feuerwerk Tiere belastet. Diese wissenschaftlich belegbare Tatsache wurde an der Versammlung weitgehend ignoriert oder verharmlost.
Gravierende Unkenntnis
Erschreckend war die Behauptung, moderne Fensterisolierungen würden Haustiere ausreichend schützen. Das zeigt eine gravierende Unkenntnis über die Hörfähigkeit von Tieren: Während Menschen – insbesondere im mittleren Alter – meist nur noch bis ca. 16 kHz hören, nehmen Hunde Frequenzen bis rund 65 kHz wahr, Katzen sogar noch mehr. Sie hören und spüren die extremen Druckwellen der Feuerwerksknaller deutlich intensiver als wir. Viele Tiere geraten in Panik, zittern, hecheln, verstecken sich, fressen tagelang nicht und leiden teilweise noch lange nach dem Ereignis.
Irritierende Argumente
Irritierend war zudem das Argument, man dürfe Kindern die Freude am Böllern nicht wegnehmen. Dabei geht es in der Realität weniger um Kinder, sondern um einige Erwachsene, die unbedingt an der Knalltradition festhalten wollen.
Dass Tradition als Hauptargument gegen ein Verbot herhalten muss, ist für mich ebenso unverständlich. Schweizer Traditionen wie Zusammenkommen, Feiern, Singen, Jodeln oder gemeinsames Erleben stehen in keinerlei Zusammenhang mit Lärmexplosionen. Es wäre problemlos möglich, die Festtage weiterhin würdevoll und freudig zu feiern – einfach ohne lärmendes Feuerwerk. Niemandem würde dadurch „Freude“ oder Kultur genommen.
Schutz von Mensch und Tier
Ich finde es enttäuschend, dass der Schutz von Menschen, Wild-, Nutz- und Haustieren – trotz klarer Faktenlage – hinter das Bedürfnis nach Knallerei gestellt wurde. Diese Entscheidung zeigt nicht nur fehlendes Verständnis für Tierwohl, sondern auch mangelnden Willen, Risiken für Kinder, Jugendliche und empfindliche Personen ernsthaft zu reduzieren.
Simone Sonderegger, Maur
