Wohnungspreise in Maur explodieren

Über 5000 Franken Miete für eine 3,5-Zimmer-Wohnung in Ebmatingen: Ein aktuelles Inserat auf «Homegate» steht sinnbildlich für einen fragwürdigen Trend. In der Gemeinde Maur verschwinden immer mehr Häuser mit erschwinglichen Wohnungen – an ihrer Stelle entstehen Luxus-Appartementbauten. Für Familien wird bezahlbarer Wohnraum zunehmend zur Mangelware.

Das Inserat lässt aufhorchen: In Ebmatingen wird eine 3,5-Zimmer-Neubauwohnung für über 5000 Franken pro Monat angeboten. Moderne Architektur, grosse Fläche, gehobene Ausstattung – ein Objekt für eine zahlungskräftige Klientel. Doch es ist nicht nur der Preis, der für Diskussionen sorgt, sondern das, was dahintersteht.

Denn solche Neubauten entstehen oft dort, wo zuvor ältere Häuser mit moderaten Mieten standen. Wohnungen, die über Jahre von Familien, älteren Menschen oder jungen Paaren bewohnt wurden, verschwinden vom Markt – und kehren nicht mehr in erschwinglicher Form zurück.

Ein Trend mit Folgen für Familien

In Maur und seinen Ortsteilen ist diese Entwicklung zunehmend spürbar. Die Gemeinde ist beliebt: naturnah, gut erschlossen, stadtnah. Doch genau diese Attraktivität treibt die Preise. Neubauprojekte rechnen sich für Investoren vor allem im oberen Segment – bezahlbare Ersatzwohnungen entstehen kaum.

Für Familien bedeutet das: Wer keinen bestehenden Vertrag hat oder neu zuzieht, findet immer seltener Wohnungen, die mit einem normalen Einkommen finanzierbar sind. 4- oder 5-Zimmer-Wohnungen unter 3000 Franken werden zur Ausnahme.

Wohnraum wird exklusiver – nicht vielfältiger

Während politisch oft von Durchmischung und lebendigen Quartieren die Rede ist, zeigt der Wohnungsmarkt eine andere Realität: Luxus ersetzt Vielfalt. Neubauten richten sich an Singles, Paare mit hohem Einkommen oder Expats – nicht an Familien mit Kindern, die langfristig in der Gemeinde leben wollen.

Die Folge ist eine schleichende Veränderung der Bevölkerungsstruktur. Schulen, Vereine und das lokale Gewerbe werden dies eher früher als später spüren.

Die offene Frage: Wohin steuert Maur?

Das 5000-Franken-Inserat ist kein Einzelfall, sondern ein Symptom. Es wirft die grundsätzliche Frage auf, welche Art von Wachstum Maur will – und für wen künftig gebaut wird. Ohne gezielte Gegensteuer droht bezahlbarer Wohnraum weiter zu verschwinden.

Für viele Familien ist die Schmerzgrenze längst erreicht. Und mit jedem weiteren Luxusneubau wird es schwieriger, sie zu halten.