Asylquote sinkt – Maur will trotzdem ausbauen

Während der Kanton Zürich die Aufnahmequote für Asylsuchende senkt, steht die Gemeinde Maur vor einem heiklen Entscheid. Im März wird über einen 4,6-Millionen-Franken-Kredit für den Ausbau von Asylunterkünften abgestimmt – in einer Phase grosser Unsicherheit rund um den Schutzstatus S und den Ukraine-Krieg.

Ab 2026 müssen die Zürcher Gemeinden leicht weniger Asylsuchende aufnehmen: Die kantonale Quote sinkt von 1,6 auf 1,5 Prozent. Für die Gemeinde Maur, die damit 11 Asylsuchende weniger aufnehmen muss, kommt diese Entlastung zu einem politisch sensiblen Zeitpunkt. Die Stimmberechtigten entscheiden am 8. März über einen 4,6-Millionen-Franken-Kredit für den Ausbau der Asylheime in Ebmatingen (Lohwisstrasse) und Aesch (Tobelstrasse).

Der Entscheid fällt in einer unsicheren Lage. Ein grosser Teil der in Maur untergebrachten Personen stammt aus der Ukraine und verfügt über den Status S. Sollte der Krieg enden, könnte der Bedarf an zusätzlichen Unterkünften rasch sinken – die Investition wäre langfristig kaum mehr notwendig.

Zumikon, Dietikon und Unterengstringen wehren sich

Dass solche Projekte politisch umstritten sind, zeigen Abstimmungen in anderen Gemeinden: In Zumikon, Dietikon und Unterengstringen wurden Anträge für den Ausbau von Asylunterkünften in den letzten Monaten abgelehnt.

Der Kanton verweist darauf, dass er die Gemeinden entlastet – unter anderem durch zusätzliche kantonale Zentren in Zürich und Winterthur. Sicherheitsdirektor Mario Fehr betont gleichzeitig, dass die Entwicklung beim Status S weiterhin unsicher sei und der Bund dringend für Klarheit sorgen müsse.

Zentrale Fragen offen

Für Maur bedeutet das: Die Gemeinde muss jetzt über eine Millioneninvestition entscheiden, obwohl zentrale Fragen offen sind – von der Dauer des Ukraine-Kriegs bis zur künftigen Asylpolitik des Bundes. tre.