Nein zu Asylheim in Zumikon – Signal an Maur
Das Stimmvolk von Zumikon hat am Sonntag den Bau der Asylunterkunft beim Schulhaus Farlifang deutlich abgelehnt: 57,5 Prozent der Abstimmenden sprachen sich gegen einen Kredit von etwas mehr als fünf Millionen Franken aus. Die Stimmbeteiligung lag bei hohen 67,8 Prozent. Die geplante Unterkunft hätte Platz für maximal 48 Personen geboten.
Die Gemeinde wollte mit der Unterkunft ihre gesetzlich festgelegte Asylquote erfüllen und Wohnraum für Asylsuchende schaffen. Schon seit längerem regt sich im Dorf Widerstand: Ein Komitee kämpfte mit rechtlichen Mitteln gegen das Vorhaben und erreichte, dass die Abstimmung nach einem Bundesgerichtsentscheid an die Urne kam.
Zumikons Nein könnte Vorbild sein
Die Abstimmung in Zumikon hat Signalwirkung über die Gemeindegrenzen hinaus. In Maur plant der Gemeinderat die Erweiterung der Asylunterkünfte in Ebmatingen an der Lohwisstrasse und in Aesch an der Tobelstrasse. Auch hier stösst das Vorhaben auf Skepsis in der Bevölkerung. Beobachterinnen und Beobachter werten das Nein in Zumikon als Warnsignal: Projekte dieser Art könnten künftig verstärkt auf kritische Diskussionen, juristische Prüfungen und hohe Stimmbeteiligung treffen.
Spannung in Maur
Die Entwicklungen in Zumikon dürften den Ton für die Diskussionen in Maur vorgeben. Ob die geplanten Erweiterungen in Ebmatingen und Aesch den Widerstand der Bevölkerung überwinden können, bleibt abzuwarten – das Ergebnis in Zumikon zeigt jedoch, dass die Zustimmung für Asylprojekte nicht selbstverständlich ist, selbst in Gemeinden, die gesetzlich verpflichtet sind, Platz für Geflüchtete zu schaffen.
