Abfalldeponie Maur bleibt im Richtplan

Während andere Gemeinden mit lautstarkem Widerstand Erfolge feiern, hält der Kanton am Deponiestandort Neuweid fest. Für Maur bedeutet das: 600’000 Kubikmeter Abfall, sieben Hektaren Fläche, ein gravierendes Verkehrsproblem – und eine Bauernfamilie, die um ihre Existenz bangt.

Der Kanton Zürich hat seine Deponieplanung justiert: 19 neue Standorte sollen in den Richtplan, drei bestehende erweitert, einige ganz gestrichen werden. Was als technokratische Notwendigkeit daherkommt, trifft die betroffenen Gemeinden höchst unterschiedlich. Maur gehört klar zu jenen, die verlieren.

Maur bleibt – andere weichen

Während der Standort Brunnenwisen im Zollikerberg nach vehementer Opposition lediglich als Ersatzstandort weiterlebt, bleibt Neuweid zwischen Ebmatingen und Aesch prominent gesetzt – trotz Nähe zum Looren-Schulhaus. Maur hat sich gewehrt, aber leiser. Im kantonalen Prozess war das zu wenig.

600’000 Kubikmeter Belastung

Die Zahlen sind nüchtern, die Auswirkungen nicht: 600’000 Kubikmeter Deponievolumen, sieben Hektaren beanspruchtes Land. Die Priorisierung des Standorts ist für die Gemeinde ein Eingriff, der weit über planerische Linien hinausgeht.

Bauern in Existenz bedroht

Zu den grossen Verlierern gehört die Bauernfamilie Nef. Die Deponie ist auf jenem Land geplant, wo die Nef-Kühe weiden. Deshalb sprachen Vater Hanspeter und Sohn Marco Nef (im Bild) vor einiger Zeit von einer existenzbedrohenden Gefahr.

Sorge bereitet auch die Logistik. Wie die Lastwagenströme durch die Region geführt werden sollen, ist offen: via Fällanden, Binz und Ebmatingen? Über die Forchautobahn und Aesch? Oder quer durch Maur? Keine der Varianten verspricht Entlastung – alle bringen Konflikte.

3260 Einwendungen

Im Chor der 3260 Einwendungen ging Maur nicht unter – aber auch nicht durch. Der Kanton sucht Flexibilität und Entsorgungssicherheit, die Gemeinde bleibt mit einem Gefühl der Überrollung zurück. Was andere laut verhindern konnten, trägt Maur nun mit.