Bauernverband alarmiert wegen Renaturierungen

Der Zürcher Bauernverband warnt vor immer mehr Schutzverordnungen und Renaturierungsprojekten, die aus seiner Sicht zu stark in die Landwirtschaft eingreifen. Der Kanton setze auf Zwang statt Zusammenarbeit.

Wie konkret diese Sorge ist, zeigt sich aktuell in der Gemeinde Maur. Hier plant das Naturnetz Pfannenstil eine Renaturierung im Gebiet Chellen zwischen Süessblätz und Zumikon. Moorflächen und Weiher sollen entstehen – auf einem Gebiet, das heute als wertvolles Ackerland genutzt wird.

«Wie sollen wir planen, wenn uns der Boden entzogen wird?»

Ein Maurer Landwirt sagt gegenüber der Maurmer Zeitung, er habe seinen Betrieb auf die bestehenden Pachtflächen aufgebaut. «Es ist nicht möglich, in die Zukunft zu planen, wenn bestehende Strukturen plötzlich verändert werden». Auch andere Bauern fürchten, dass die Renaturierung ihre Betriebe ins Wanken bringt.

Ihr Vorwurf: Während Konsumentinnen und Konsumenten regionale Produkte verlangen, verschwinde immer mehr produktiver Boden. Am Ende, heisst es, müsse man Kartoffeln aus Ägypten oder Äpfel aus Polen importieren.

Biodiversität vs. Landwirtschaft – ein Balanceakt

Der Bauernverband betont gegenüber dem «Tages-Anzeiger», dass man Biodiversität fördern könne, ohne landwirtschaftliche Betriebe zu gefährden. Verträge mit Landwirten seien flexibler als starre Verordnungen und könnten gezielt auf den Erhalt von Artenvielfalt setzen – etwa durch spezielle Pflege von Wiesen oder Nisthilfen – ohne die Existenzgrundlage der Betriebe zu bedrohen.

Maur zeigt, wie hart Naturschutz und Landwirtschaft im Kanton Zürich inzwischen aufeinanderprallen. Der Konflikt macht deutlich, dass Lösungen nötig sind, die sowohl ökologische Ziele als auch die Zukunft der Landwirte sichern. Mit ideologischen Projekten kommt man in diesem diffizilen Thema kaum weiter.