Renaturierung beim Süessblätz bedroht Bauern

Ein geplantes Renaturierungsprojekt des Naturnetzes Pfannenstil könnte in Maur wertvolles Ackerland kosten. Viele Bauern fürchten um die Zukunft ihrer Betriebe und fordern Lösungen, die den Fortbestand ihrer Höfe sichern.

Die Umweltorganisation Naturnetz Pfannenstil plant eine Renaturierung der Chellen, eines Gebietes zwischen Süessblätz und Zumikon, das teilweise zur Gemeinde Maur gehört und wo verschiedene Bauern (Pacht-)Land bewirtschafen. Nun sollen Teile davon in eine Moorlandschaft mit Weihern zurückverwandelt werden.

Widerstand der Bauern

Dies bereitet den Bauern grosse Sorgen. Sie machen geltend, dass bestehende Strukturen innerhalb weniger Monate verändert werden, ohne dass Planungssicherheit für sie selber bestehe. Ein Betroffener sagt, dass er für den Aufbau seines Hofes und die Umsetzung neuer Richtlinien auf eine gewisse Fläche angewiesen sei. «Es ist nicht möglich, in die Zukunft zu planen, wenn bestehende Strukturen plötzlich verändert werden».

Kartoffeln aus Ägypten, Äpfel aus Polen

Auch andere Betroffene zittern um ihre Betriebe. Ihr Vorwurf an die Naturschützer: Während die Konsumenten einheimische Produkte fordern, werde wertvolles Ackerland zerstört – und somit die kostendeckende Produktion verunmöglicht. Somit müsse man auf Importware zurückgreifen – Kartoffeln aus Ägypten, Äpfel aus Polen, Gemüse aus Portugal.

Was sagt das Naturnetz?

Die Diskussion um Renaturierungsprojekte zeigt erneut die Spannungen zwischen Naturschutzbemühungen und landwirtschaftlicher Nutzung in der Region. Wie die Verantwortlichen des Naturnetzes Pfannenstil auf die Bedenken der Bauern reagieren, bleibt abzuwarten. Für eine Stellungnahme waren sie am Mittwoch nicht zu erreichen.