Die FDP will alles
Die FDP Maur hat ihre Kandidatinnen und Kandidaten für die Gemeindewahlen 2026 bestimmt. Sieben der acht bisherigen Behördenmitglieder treten erneut an, dazu kommen zwei neue Namen. Brisant: Dabei könnte das Prinzip der Gewaltentrennung auf der Strecke bleiben.
Für den freiwerdenden Gemeinderatssitz stellt sich Schulpflege-Vizepräsident Roland Bischofberger zur Wahl. Gemeindepräsident Yves Keller, der auch die Finanzen unter sich hat, kandidiert für eine weitere Amtszeit.
Kritisch diskutiert wird vor allem der Anspruch der FDP auf das Präsidium der Rechnungsprüfungskommission (RPK). Mit Karin Stamm soll ein langjähriges Mitglied nicht nur erneut in die Kommission gewählt, sondern zugleich deren Leitung übernehmen. Damit würde die FDP sowohl das Gemeindepräsidium als auch das Kontrollgremium dominieren.
Beobachter sehen darin eine problematische Machtkonzentration. Gerade die RPK gilt als unabhängige Instanz zur Überwachung von Finanzen und Amtsführung. Wenn Exekutive und Aufsicht in einer Partei vereint sind, stellt sich die Frage, ob eine wirksame Kontrolle noch gewährleistet ist – oder ob in Maur künftig das Prinzip der Gewaltenteilung auf der Strecke bleibt.
