«Go Offline! Keine digitalen Medien bis 4»
Keine digitalen Medien bis 4: Zürcher Schulen und Gemeinden sagen gemeinsam «Go Offline!». So auch Maur.
Digitale Geräte gehören früh zum Alltag – oft zu früh. Mit der Aktion «Go Offline!» setzen Zürcher Schulen und Gemeinden ein Zeichen: Kinder unter vier Jahren sollen ohne Bildschirm aufwachsen und wieder vermehrt spielen.
Ein Video zum Einschlafen, das Tablet beim Zmittag oder das Handy im Kinderwagen. Aber auch Eltern, die auf das Smartphone schauen und verpassen, dass ihr Kind Ihre Aufmerksamkeit braucht. Bildschirme sind im Familienalltag fast überall dabei. Doch was macht das mit kleinen Kindern?
Mehrere Zürcher Gemeinden und Schulgemeinden gehen diese Frage nun aktiv an. Mit der Aktion «Go Offline! – Keine digitalen Medien bis 4» steigen sie mit Eltern ins Boot. Sie zeigen einfache Ideen für den Alltag, wie Kinder ohne Bildschirm aufwachsen können. Die Aktion richtet sich an Familien mit Kindern ab Geburt bis 4 Jahren.
Kleine Kinder brauchen Zuwendung
In den ersten Lebensjahren lernen Kinder besonders viel – durch Sprache, Bewegung und Spiel mit anderen Kindern und Erwachsenen. Wer in dieser Zeit auf Bildschirme verzichtet, tut seinem Kind viel Gutes. Negative Auswirkungen von früher und langer Bildschirmzeit sind beispielsweise verspätete Sprachentwicklung, fehlende soziale Kompetenzen oder Schlafprobleme. Die Schulen erleben die Auswirkungen in ihrem Alltag und sehen deshalb Handlungsbedarf im Bereich der frühen Kindheit. Die Website go-offline-4.ch bietet Tipps, Infos und einfache Ideen für den Alltag mit viel Verständnis für den Familienalltag. In vielen Gemeinden finden zusätzlich Gespräche und Veranstaltungen für Eltern statt.
An einem Strang ziehen
Eltern stehen heute vor grossen Herausforderungen, wenn es um digitale Medien geht – bereits in den ersten Lebensjahren eines Kindes. «Go Offline!» will Orientierung geben, nicht vorschreiben.
«Nicht nur als Neurowissenschaftler, sondern auch als Schulpräsident unterstütze ich diese Kampagne von ganzem Herzen. Auch in Maur erleben wir Kindergartenkinder, welche bereits Suchtsymptome zeigen und mit Smartwatches in den Kindergarten kommen. Vor allem für die Entwicklung von jungen Kindern gilt: Je weniger, desto besser». Rob Labruyère, Schulpräsident der Gemeinde Maur
Weitere Gemeinden können mitmachen
Uster, Dübendorf, Volketswil, Fällanden, Maur, Egg, Mönchaltorf, Greifensee und Wangen-Brüttisellen legen vor. Die Aktion ist offen für weitere Gemeinden, Schulgemeinden und Kantone. Wer sich anschliessen möchte, kann sich bei der Projektleitung melden. Je mehr mitmachen, desto stärker wird das gemeinsame Zeichen gesetzt.
